Ex oriente lux? Ostkirchliche Liturgien und westliche Kultur

03.09.2018

AKL-Tagung (Arbeitsgemeinschaft Katholischer Liturgikdozentinnen und - dozenten im deutschen Sprachgebiet)

3.-7. September 2018

Wien, Kardinal König Haus

Die Erforschung ostkirchlicher Liturgien hat auch für die Sichtweise auf die westliche Gottesdiensttradition eine eminente Bedeutung. Die Beschäftigung mit ihnen ist nicht nur ein Dienst an der Ökumene, sondern hatte schon für das 20. Jahrhundert eine ertragreiche Ernte zur Folge, besonders auch für die Liturgiereform im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dass der erneuerte römische Ritus seine aktuelle Gestalt bekommen hat, ist zu einem guten Teil auf die Besinnung auf das gemeinsame altkirchliche Erbe zurückzuführen. Doch handelt es sich nicht nur um die Offenlegung der Modelle aus der Väterzeit. Die Liturgien im Christlichen Osten haben sich lebendig weiterentwickelt und in eine Vielzahl von eigenen Riten ausdifferenziert. Sie bilden untereinander und mit den westlichen Traditionen ein kom-plexes verwandtschaftliches Geflecht und wirkten auch nach der dogmengeschichtlichen Trennung im Gefolge der christologischen Konzilien des 5. Jahrhunderts (Ephesus 431, Chalcedon 451) aufeinander. Des Weiteren bringt die Wahrnehmung der östlichen Liturgien eine vertiefte Kenntnis der eigenen Katholizität mit sich: Die römisch-katholische Kirche versammelt eine liturgische Pluralität in sich, die über die katholischen Ostkirchen alle östlichen und orientalischen Riten als Teil der eigenen Gottesdiensttradition beinhaltet.

Wien als Standort eignet sich besonders gut für diese Tagung der AKL, da sämtliche Traditionen vor Ort als Diasporagemeinden besucht und kennengelernt werden können. Einen Einblick mag das gottesdienstliche Rahmenprogramm geben, in dem das Mitfeiern von verschiedenen ostkirchlichen Liturgien ermöglicht wird. Ferner bildet die 1964 vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal König ins Leben gerufene Stiftung PRO ORIENTE einen wichtigen Gesprächspartner, der sich der Förderung des Dialogs mit den Ostkirchen verschrieben und in der Vergangenheit Pioniererfolge für die ökumenische Annäherung erzielt hat, so z. B. mit der Wiener Christologischen Formel von 1971.

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